Wie belastbar die abrechnungsrelevanten Messungen im Verteilnetz sind, entscheidet die Messwandlerprüfung für Energieversorger. Trägt ein Strom- oder Spannungswandler die Klasse 0,2S, darf er den Messwert nur um wenige Zehntelprozent verfälschen. Ohne wiederkehrenden Nachweis bleibt diese Klassenangabe eine Zahl auf dem Typenschild.

Wie tief geprüft wird, bestimmt den Aufbau. Drei Ausbaustufen sind in den Prüffeldern der Versorger üblich:

  • Einzelkomponenten wie Messbrücke, Normalwandler und elektronische Bürden zur Ergänzung vorhandener Prüfplätze
  • Messwandler Prüfsystem als abgestimmte Kombination aus Quelle, Normal und Messbrücke
  • Komplettsystem mit Prüfsoftware, automatisiertem Ablauf und durchgängiger Protokollierung

Den Kern bilden die Messbrücken WM3000I und WM3000U, ergänzt um elektronisch kompensierte Bürden der Reihen ESCB und ESVB. Ein abgestimmtes System hält Normal, Bürde und Auswertung in einer einzigen Kalibrierkette, was die spätere Nachweisführung erheblich vereinfacht. Beide Prüfaufgaben deckt ZERA mit den Komplettsystemen CT/VT in einem Aufbau ab.

Zählerprüfung

Tragbare Prüfzähler

Tragbare Quellen

Tragbare Prüfsysteme

Stationäre Zählerprüftechnik AC

Stationäre Zählerprüftechnik DC

Referenznormale

ZPE – Erweiterte Kommunikation

Standard-Zählerprüfsystem STM4000, digitales Messsystem Prüfung der Metrologie und Kommunikation mit zusätzlichen Schnittstellen

MT3000

Tragbarer Prüfzähler Phasen: 3 Genauigkeitsklasse*: 0.02 / 0.05 * abhängig von dem eingesetzten Messmodul

DSA400

Anzeigeeinheit

STM4200

Kommunikationsmodul

STM6000

Basismodul

TK117

Infrarot-Tastkopf Für elektronische Zähler  

DTS100

Mobilcomputer und Scanner 2-D-Barcode-Scanner

MSVT

Vielfach-Spannungswandler

MT400-20

Stromquelle Phasen: 3 Erzeugung: 20 A

STM41x0

Prüfspannungsmodul

ICT130

Isolierender Stromwandler max. 120 A, 1:1

Ein-Platz-Prüfstand

Prüfstand mit einem Messplatz Phasen: 3

Im Umspannwerk Messwandler prüfen lassen ohne langen Anlagenstillstand

Eine Schaltanlage steht selten für Messtechnik still. Jede Stunde Abschaltung kostet Übertragungskapazität, weshalb die Rüstzeit vor Ort den Aufwand stärker bestimmt als die eigentliche Messung. Sie können Messwandler prüfen lassen, ohne die Anlage über den geplanten Revisionszeitraum hinaus zu binden.

Damit die Anlage schnell wieder ans Netz geht, bringen transportable Systeme wie ITTS Quelle, Normal und Auswertung direkt in den Anlagenraum. Übersetzungsverhältnis, Fehlwinkel und Bürde erfassen Sie am eingebauten Wandler. Ein Ausbau entfällt. Damit wandert die Messwandlerprüfung vom Labor in den laufenden Betriebsablauf und lässt sich an ohnehin geplante Wartungsfenster koppeln.

Am Wandler im Betrieb gelten zusätzliche Randbedingungen. Sekundärkreise dürfen nie offen bleiben, Schutzkreise werden vor der Messung abgeklemmt und der Zustand dokumentiert. Deshalb folgt die Prüfung von Strommesswandlern einem festen Ablauf, der Anlagensicherheit und Nachweisführung zusammenführt.

Anforderungen der IEC 61869 an die Messwandlerprüfung für Energieversorger

Seit sie die frühere IEC 60044 abgelöst hat, regelt die Normenreihe IEC 61869 Genauigkeitsklassen, Prüfbedingungen und Fehlergrenzen. Teil 2 behandelt induktive Stromwandler, Teil 3 die Prüfung von Spannungsmesswandlern in induktiver Bauart. Übersetzungsfehler und Fehlwinkel sind darin je Klasse und Lastpunkt getrennt begrenzt, was der Messwandlerprüfung einen klaren Rahmen gibt.

Entscheidend bleibt die Bürde. Solange die Sekundärlast im angegebenen Bürdenbereich liegt, hält der Wandler seine Klasse, geprüft üblicherweise bei 25% und 100% der Nennbürde. Weicht die tatsächliche Last davon ab, verlässt die Messung die zugesicherte Klasse, ohne dass am Wandler ein Defekt vorliegt. Sichtbar wird das nur im eingebauten Zustand. Bewerten Sie deshalb bei der Messwandlerprüfung für Energieversorger die Klassenangabe und die reale Betriebsbürde immer gemeinsam.

Messwandlerprüfeinrichtungen nach dem Wandlerbestand auslegen

Welche Ausbaustufe passt, ergibt sich aus dem Bestand statt aus dem Katalog. Ein Regionalversorger mit 200 Wandlern im Verrechnungsbereich benötigt eine andere Messwandlerprüfeinrichtung als ein Übertragungsnetzbetreiber mit mehreren tausend Prüflingen. Zwei Größen tragen die Rechnung, nämlich die jährliche Stückzahl und der Anteil der Wandler, die im eingebauten Zustand geprüft werden müssen.

Nach diesen beiden Größen ordnet die Übersicht die üblichen Konstellationen:

Bestand pro Jahr Prüfort Empfohlener Aufbau Prüftiefe
bis 50 Wandler überwiegend vor Ort transportables System Übersetzung, Fehlwinkel, Bürde
50 bis 500 Wandler gemischt stationärer Prüfplatz mit transportabler Ergänzung zusätzlich Lastpunktreihen
über 500 Wandler überwiegend Prüffeld Komplettsystem mit Prüfsoftware automatisierter Ablauf, Protokollierung

Mit steigender Stückzahl verschiebt sich der Kostentreiber von der Anschaffung zur Arbeitszeit. Ab etwa 500 Prüflingen im Jahr trägt sich ein automatisierter Prüfablauf meist innerhalb weniger Jahre. ZERA führt die zugehörigen Geräte im Bereich Messwandler Prüftechnik zusammen, von der einzelnen Messbrücke bis zum vollständigen Prüffeld. Welche Messwandlerprüfung für Energieversorger wirtschaftlich trägt, klärt sich am schnellsten an Ihrer Bestandsliste.

Normale und Referenzwandler mit belegbarer Rückführung auf die PTB

Ein Prüfergebnis wiegt nur so schwer wie das Normal dahinter. ZERA betreibt in Königswinter ein DAkkS-akkreditiertes Labor, dessen Normale auf die Physikalisch-Technische Bundesanstalt rückgeführt sind. Referenzwandler und Bürden durchlaufen dort eine Kalibrierung mit dokumentiertem Messunsicherheitsbudget.

Bei der Messwandlerprüfung für Energieversorger zählt vor allem das Verhältnis der Unsicherheiten. Gängige Praxis ist ein um den Faktor 4 genaueres Normal als der Prüfling, sonst verschwindet dessen Klasse im Rauschen der Prüfeinrichtung. Bei Prüflingen der Klasse 0,2S liegt die Anforderung damit bei 0,05 und darunter. Ringvergleiche zwischen akkreditierten Laboren zeigen, ob diese Kette in der Praxis tatsächlich hält.

Über die Auslegung hinaus bleibt der Betrieb Ihre Aufgabe. Rekalibrierintervalle, ein Ersatznormal für die Standzeit und die Einweisung des Prüfpersonals gehören in die Planung, bevor die erste Anlage steht. Eine belastbare Auslegung beginnt beim tatsächlichen Bestand statt beim Datenblatt. Legen Sie uns Ihre Wandlerliste vor, dann rechnen wir Prüftiefe und Durchsatz für Ihren Fall gegen.