Zählerprüfung im Vergleich – Tragbare und stationäre Lösungen richtig einsetzen
Die Wahl zwischen tragbarer und stationärer Zählerprüfung hängt vom Einsatzzweck ab. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und ergänzen sich in der Praxis oft sinnvoll. Wir zeigen, welche Lösung für welche Anforderungen optimal ist.
Zählerprüfung im Vergleich – Tragbare und stationäre Lösungen richtig einsetzen
Die Zählerprüfung ist eine zentrale Aufgabe für Versorgungsunternehmen, Netzbetreiber und Prüfdienstleister. Ob bei der Eingangskontrolle neuer Zähler, der wiederkehrenden Prüfung im Bestand oder der Befundprüfung bei Kundenbeanstandungen – präzise Messtechnik ist unverzichtbar. Die Frage, ob tragbare oder stationäre Prüfsysteme die bessere Wahl sind, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Beide Ansätze haben spezifische Stärken, die sie für unterschiedliche Einsatzszenarien prädestinieren. Die richtige Wahl hängt von Faktoren wie Prüfvolumen, Einsatzort, Genauigkeitsanforderungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. ZERA bietet sowohl tragbare Prüfzähler als auch stationäre Prüfsysteme und unterstützt Anwender bei der Auswahl der optimalen Lösung.
Grundlegende Unterschiede zwischen tragbarer und stationärer Prüfung
Tragbare und stationäre Prüfsysteme unterscheiden sich fundamental in Konzeption und Einsatzweise. Das Verständnis dieser Unterschiede ist die Grundlage für eine fundierte Entscheidung.
Tragbare Prüfzähler sind kompakte, transportable Geräte, die der Prüfer zum Zähler bringt. Sie ermöglichen die Prüfung direkt am Einbauort, ohne dass der Zähler ausgebaut werden muss. Typische Vertreter sind die Geräte der ZERA MT-Serie mit Gewichten zwischen 5 und 15 Kilogramm.
Stationäre Prüfsysteme sind fest installierte Anlagen in Prüflaboren oder Fertigungslinien. Der Zähler wird zum Prüfsystem gebracht und dort unter kontrollierten Bedingungen geprüft. Diese Systeme können mehrere Zähler gleichzeitig prüfen und erreichen hohe Durchsatzraten.
Der wesentliche Unterschied liegt im Ort der Prüfung: Beim tragbaren System kommt das Prüfgerät zum Zähler, beim stationären System kommt der Zähler zum Prüfgerät. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile, die je nach Anwendungsfall unterschiedlich ins Gewicht fallen.
Tragbare Prüfzähler – Flexibilität für den Außendienst
Tragbare Prüfzähler sind die erste Wahl, wenn Zähler vor Ort geprüft werden müssen. Sie bieten maximale Flexibilität und ermöglichen Prüfungen dort, wo die Zähler installiert sind – beim Endkunden, in Trafostationen oder an Netzübergabepunkten.
Die Vorteile tragbarer Systeme liegen auf der Hand. Der Zähler muss nicht ausgebaut werden, was Zeit und Kosten spart. Die Prüfung erfolgt unter realen Betriebsbedingungen, was für manche Fragestellungen aussagekräftiger ist als eine Laborprüfung. Auch schwer zugängliche Zähler können geprüft werden.
Moderne tragbare Prüfzähler wie die ZERA MT-Serie erreichen Genauigkeitsklassen von 0,02 bis 0,2 Prozent. Sie messen Strom, Spannung, Leistung und Energie und verfügen über integrierte Quellen zur Lastsimulation. Die Bedienung erfolgt über intuitive Benutzeroberflächen, die auch unter Feldbedingungen effizientes Arbeiten ermöglichen.
Die Einsatzbereiche tragbarer Prüfzähler umfassen:
- Befundprüfungen bei Kundenbeanstandungen
- Stichprobenprüfungen im eingebauten Zustand
- Prüfung von Zählern in schwer zugänglichen Einbauorten
- Inbetriebnahmeprüfungen an neuen Anlagen
- Prüfung von Messwandlern vor Ort

Stationäre Prüfsysteme – Effizienz im Labor und in der Fertigung
Stationäre Prüfsysteme sind auf hohen Durchsatz und maximale Reproduzierbarkeit ausgelegt. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo große Stückzahlen unter kontrollierten Bedingungen geprüft werden müssen.
Der zentrale Vorteil stationärer Systeme ist die Effizienz bei hohen Prüfvolumina. Mehrplatzanlagen prüfen bis zu 40 Zähler gleichzeitig und erreichen Durchsatzraten, die mit tragbaren Geräten nicht erreichbar sind. Die automatisierten Prüfabläufe reduzieren den manuellen Aufwand und minimieren Bedienfehler.
Die kontrollierten Umgebungsbedingungen im Labor gewährleisten höchste Reproduzierbarkeit. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und elektromagnetische Störungen sind definiert und konstant. Dies ist besonders wichtig für Präzisionsmessungen und die Kalibrierung von Referenzgeräten.
Stationäre Prüfsysteme bieten zudem erweiterte Funktionen wie automatische Protokollierung, Datenbankanbindung und Integration in übergeordnete IT-Systeme. Der gesamte Prüfprozess vom Wareneingang bis zur Freigabe kann durchgängig dokumentiert werden.
Typische Einsatzbereiche stationärer Prüfsysteme sind:
- Eingangsprüfung neuer Zähler bei Versorgungsunternehmen
- Fertigungsprüfung bei Zählerherstellern
- Stichprobenprüfung zur Eichfristverlängerung
- Kalibrierung von Prüfmitteln und Referenzgeräten
- Typprüfung und Baumusterprüfung
Tragbar vs. stationär – Der direkte Vergleich
Ein direkter Vergleich der wichtigsten Eigenschaften hilft bei der Entscheidungsfindung. Die folgende Tabelle stellt die Kernmerkmale beider Ansätze gegenüber.
| Kriterium | Tragbare Prüfsysteme | Stationäre Prüfsysteme |
|---|---|---|
| Einsatzort | Flexibel, vor Ort beim Zähler | Fest im Labor oder Prüfraum |
| Prüfdurchsatz | Einzelprüfung, begrenzt | Hoch, bis zu 40 Zähler parallel |
| Genauigkeitsklassen | 0,02 bis 0,2 % | 0,01 bis 0,1 % |
| Umgebungsbedingungen | Variabel, Feldbedingungen | Kontrolliert, klimatisiert |
| Automatisierung | Manuell bis teilautomatisiert | Vollautomatisiert möglich |
| Investitionskosten | Niedriger | Höher |
| Betriebskosten pro Prüfung | Höher bei großen Stückzahlen | Niedriger bei großen Stückzahlen |
| Personalaufwand | Fachpersonal vor Ort erforderlich | Zentralisiert, weniger Personal |
| Zählerausbau erforderlich | Nein | Ja |
Die Entscheidung hängt letztlich von den spezifischen Anforderungen ab. Wer hauptsächlich Befundprüfungen und Stichproben durchführt, ist mit tragbaren Systemen gut bedient. Wer tausende Zähler jährlich prüft, kommt an stationären Systemen kaum vorbei.
Praxisbeispiele aus Versorgungsunternehmen und Prüflaboren
Die Anforderungen an die Zählerprüfung variieren je nach Unternehmen und Aufgabenstellung erheblich. Einige Praxisbeispiele verdeutlichen, welche Lösungen sich in unterschiedlichen Szenarien bewährt haben.
Ein regionaler Netzbetreiber mit 200.000 Zählpunkten führt jährlich etwa 500 Befundprüfungen durch. Die Prüfungen finden beim Kunden statt, oft unter Zeitdruck und in beengten Verhältnissen. Hier sind tragbare Prüfzähler die einzig praktikable Lösung. Das Unternehmen setzt drei Geräte der MT-Serie ein, die von geschulten Außendienstmitarbeitern bedient werden.
Ein großes Stadtwerk mit 800.000 Zählpunkten betreibt ein eigenes Prüflabor. Jährlich werden 50.000 Zähler im Rahmen der Stichprobenprüfung geprüft, dazu kommen Eingangsprüfungen und Sonderprüfungen. Ein stationäres Mehrplatzsystem mit 24 Prüfplätzen bewältigt diese Mengen effizient. Ergänzend stehen tragbare Geräte für Sonderaufgaben zur Verfügung.
Ein akkreditiertes Prüflabor bietet Dienstleistungen für mehrere Netzbetreiber an. Die Anforderungen reichen von Einzelprüfungen bis zu Großserien. Das Labor verfügt über stationäre Systeme verschiedener Größen sowie tragbare Geräte für Vor-Ort-Einsätze. Diese Kombination ermöglicht maximale Flexibilität bei der Auftragsabwicklung.
Tragbar und stationär kombinieren – das Beste aus beiden Welten
Viele Unternehmen setzen sowohl tragbare als auch stationäre Prüfsysteme ein. Diese Kombination ermöglicht es, für jede Aufgabe das optimale Werkzeug zu nutzen und die jeweiligen Stärken auszuspielen.
Die stationäre Anlage übernimmt die Routineprüfungen mit hohem Volumen. Eingangsprüfungen, Stichprobenprüfungen und Serienmessungen laufen effizient im Labor. Die kontrollierten Bedingungen gewährleisten reproduzierbare Ergebnisse und die Automatisierung minimiert den Personalaufwand.
Tragbare Geräte ergänzen das Portfolio für Aufgaben, die Mobilität erfordern. Befundprüfungen beim Kunden, Inbetriebnahmen an neuen Anlagen und Messungen an nicht transportablen Großzählern sind typische Einsatzfälle. Die Geräte stehen bereit, wenn flexible Prüfungen außerhalb des Labors erforderlich sind.
Ein integriertes Datenmanagement verbindet beide Welten. Prüfergebnisse aus tragbaren und stationären Systemen fließen in eine gemeinsame Datenbank. So entsteht eine lückenlose Dokumentation über alle Prüfungen hinweg, unabhängig vom eingesetzten System.
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Welche Lösung rechnet sich?
Die Wirtschaftlichkeit der Prüflösung hängt vom Prüfvolumen und den spezifischen Rahmenbedingungen ab. Eine fundierte Betrachtung berücksichtigt sowohl Investitions- als auch Betriebskosten.
Die Investitionskosten für tragbare Prüfzähler liegen typischerweise im mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Stationäre Mehrplatzsysteme erfordern Investitionen im fünf- bis sechsstelligen Bereich, abhängig von Größe und Ausstattung. Hinzu kommen bei stationären Anlagen Kosten für Räumlichkeiten und Infrastruktur.
Die Betriebskosten pro Prüfung entwickeln sich gegenläufig. Bei tragbaren Systemen fallen Fahrtkosten, Zeitaufwand vor Ort und höherer Personalaufwand pro Prüfung an. Stationäre Systeme haben niedrigere Grenzkosten, da viele Zähler parallel geprüft werden und die Automatisierung Personal spart.
| Prüfvolumen pro Jahr | Empfohlene Lösung | Begründung |
|---|---|---|
| Unter 500 Prüfungen | Tragbar | Investitionskosten stationär nicht gerechtfertigt |
| 500 bis 5.000 Prüfungen | Kombination | Stationär für Serien, tragbar für Vor-Ort |
| Über 5.000 Prüfungen | Stationär primär | Effizienzvorteile überwiegen |
Der Break-even zwischen tragbarer und stationärer Lösung liegt je nach Rahmenbedingungen bei einigen tausend Prüfungen pro Jahr. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten Ihres Unternehmens.

ZERA Prüfsysteme – tragbar und stationär aus einer Hand
ZERA bietet ein umfassendes Portfolio an Prüfsystemen für die Zählerprüfung. Tragbare und stationäre Lösungen stammen aus einer Hand und sind aufeinander abgestimmt. Dies erleichtert die Integration und gewährleistet einheitliche Bedienkonzepte.
Die MT-Serie umfasst tragbare Prüfzähler für verschiedene Anforderungen. Vom kompakten Einstiegsgerät bis zum Hochpräzisions-Prüfzähler mit Genauigkeitsklasse 0,02 decken wir alle Anwendungsbereiche ab. Alle Geräte sind robust konstruiert und für den Feldeinsatz optimiert.
Im stationären Bereich bieten wir Komplettsysteme mit 1 bis 40 Prüfplätzen. Die modulare Architektur ermöglicht maßgeschneiderte Konfigurationen für jeden Bedarf. Automatisierte Prüfabläufe, Datenbankanbindung und Integration in ERP-Systeme sind verfügbar.
Die Rückführbarkeit aller Messergebnisse auf nationale Normale ist durch unser DAkkS-akkreditiertes Kalibrierlabor gewährleistet. Regelmäßige Kalibrierungen Ihrer Prüfmittel sichern die Einhaltung aller Anforderungen.
Die passende Lösung für Ihre Anforderungen finden
Die Wahl zwischen tragbarer und stationärer Zählerprüfung ist keine Entweder-oder-Entscheidung. Viele Anwender profitieren von einer Kombination beider Ansätze, abgestimmt auf ihre spezifischen Anforderungen.
ZERA unterstützt Sie bei der Analyse Ihres Bedarfs und der Auswahl der optimalen Prüflösung. Unsere Experten kennen die Anforderungen von Versorgungsunternehmen, Netzbetreibern und Prüfdienstleistern aus jahrzehntelanger Erfahrung. Gemeinsam entwickeln wir ein Prüfkonzept, das technisch überzeugt und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Unser Schulungsangebot qualifiziert Ihre Mitarbeiter für den sicheren Umgang mit der Prüftechnik. Von der Grundlagenschulung bis zum Spezialkurs für komplexe Messaufgaben bieten wir passende Formate für jeden Kenntnisstand.
Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung. Gemeinsam finden wir die Prüflösung, die zu Ihrem Einsatzzweck passt.

