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DAkkS-Akkreditierung vs. ISO 17025 im Vergleich

In der Mess- und Kalibriertechnik tauchen zwei Begriffe immer wieder gemeinsam auf, werden aber häufig verwechselt. Der Vergleich klärt, welche Rolle die nationale Akkreditierungsstelle und die internationale Laborbasisnorm jeweils spielen. So wird sichtbar, warum beide für rückführbare Messergebnisse zusammengehören.

Die Begriffe DAkkS-Akkreditierung vs. ISO 17025 wirken auf den ersten Blick wie Alternativen, sind in Wahrheit aber zwei Bausteine desselben Systems. Die ISO 17025 beschreibt als Norm die Anforderungen an Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Die DAkkS prüft als nationale Akkreditierungsstelle, ob ein Labor diese Anforderungen tatsächlich erfüllt. Wer in der Messtechnik mit Kalibrierscheinen, Eichrecht oder Qualitätsmanagement zu tun hat, profitiert von einer klaren Trennung beider Begriffe. Wir zeigen, wie sie zusammenwirken, wo sie sich unterscheiden und welche Bedeutung das für die tägliche Praxis in der Zählerprüftechnik hat.

DAkkS-Akkreditierung im Überblick

Die DAkkS-Akkreditierung ist der formale Nachweis, dass eine Konformitätsbewertungsstelle eine bestimmte Tätigkeit fachlich kompetent ausführt. Ausgesprochen wird sie von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH, kurz DAkkS, mit Sitz in Berlin, Frankfurt am Main und München. Sie ist die einzige nationale Akkreditierungsstelle in Deutschland.

Aufgabe und Rechtsstellung der DAkkS

Rechtliche Grundlage für die DAkkS-Akkreditierung sind die EU-Verordnung 765/2008 sowie das deutsche Akkreditierungsstellengesetz. Beide Regelwerke legen fest, dass die nationale Akkreditierung als hoheitliche Aufgabe wahrgenommen wird und ohne Wettbewerb erfolgt. Die DAkkS handelt im öffentlichen Interesse und unterliegt staatlicher Aufsicht.

Welche Stellen die DAkkS akkreditiert

Akkreditiert werden Prüflaboratorien, Kalibrierlaboratorien, Inspektions- und Zertifizierungsstellen sowie Anbieter von Eignungsprüfungen. Eine DAkkS-Akkreditierung gilt jeweils für einen klar definierten Geltungsbereich, der die anerkannten Verfahren, Messgrößen und Messbereiche beschreibt. Außerhalb dieses Bereichs darf eine Stelle nicht mit der Akkreditierung werben.

ISO 17025 als internationale Norm im Kurzüberblick

Die ISO 17025 ist die zentrale Norm für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Ihr vollständiger Titel lautet DIN EN ISO/IEC 17025 und sie wird gemeinsam von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) herausgegeben. Die aktuelle Ausgabe stammt aus dem Jahr 2018.

Inhaltlich definiert die ISO 17025 sowohl Anforderungen an die Organisation als auch an die fachliche Arbeit eines Labors. Dazu gehören Themen wie Unparteilichkeit, Personalqualifikation, Validierung von Methoden, Behandlung der Messunsicherheit und Anforderungen an Prüfberichte. Eine ausführliche Aufschlüsselung der einzelnen Anforderungsblöcke finden Sie in unserem Beitrag zu den Anforderungen an Kalibrierlabore nach ISO 17025.

In der Praxis dient die Norm als Maßstab für die Begutachtung durch die DAkkS. Sie beschreibt also nicht nur, was ein Labor tun soll, sondern bildet auch die Prüfgrundlage für die DAkkS-Akkreditierung.

Zusammenhang von DAkkS-Akkreditierung und ISO 17025

Wer DAkkS-Akkreditierung vs. ISO 17025 als Gegensatz versteht, wird der tatsächlichen Beziehung nicht gerecht. Die Norm ist der Maßstab, die DAkkS ist die Stelle, die diesen Maßstab anlegt. Ohne ISO 17025 hätte die DAkkS keine einheitliche Grundlage für ihre Begutachtungen, ohne die DAkkS bliebe die Norm ein Anforderungspapier ohne formal anerkannten Kompetenznachweis.

Konkret bedeutet das, dass jedes Labor mit DAkkS-Akkreditierung seine Tätigkeit nach ISO 17025 ausrichtet. Die Akkreditierungsurkunde nimmt ausdrücklich Bezug auf die Norm und auf den Geltungsbereich. Damit verbinden sich technische Kompetenz und formale Anerkennung in einem einzigen Dokument.

Für Auftraggeber entsteht so ein doppelter Vertrauensanker. Sie erhalten Messergebnisse, die nach einer international anerkannten Norm erzeugt wurden, und sie haben die Sicherheit, dass eine unabhängige nationale Stelle die Einhaltung dieser Norm regelmäßig überprüft.

Unterschiede zwischen DAkkS-Akkreditierung und ISO 17025 im Überblick

Auch wenn DAkkS-Akkreditierung vs. ISO 17025 keinen echten Gegensatz beschreibt, lohnt sich ein systematischer Vergleich. Die folgende Tabelle stellt zentrale Aspekte gegenüber und macht sichtbar, warum beide unverzichtbar sind.

Aspekt DAkkS-Akkreditierung ISO 17025
Art Bewertungs- und Bestätigungsakt einer nationalen Stelle Internationale Norm
Herausgeber Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH ISO und IEC
Funktion Formaler Kompetenznachweis durch Begutachtung Anforderungen an Laborkompetenz und Managementsystem
Geltungsbereich Nationale Akkreditierungsstelle in Deutschland Weltweit anwendbar
Verbindlichkeit Voraussetzung für staatlich anerkannte Kompetenz Anwendung freiwillig, jedoch Akkreditierungsmaßstab
Gültigkeit Befristet, regelmäßige Überwachung Bei Aktualisierung der Norm anzupassen

Die Tabelle zeigt ein klares Muster. Auf der einen Seite steht ein institutioneller Akt, der zeitlich befristet ist und regelmäßig erneuert werden muss. Auf der anderen Seite steht ein technisches Regelwerk, das international gültig ist und nur bei Normrevisionen angepasst wird. In der Praxis greifen beide ineinander, bleiben aber sauber unterscheidbar.

Akkreditierung, Zertifizierung und Eichung im Vergleich

In der Praxis werden drei Begriffe regelmäßig vermischt, die sehr unterschiedliche rechtliche und fachliche Bedeutungen haben. Eine klare Abgrenzung schafft Verständlichkeit in Kundenanfragen, Audits und Prüfberichten.

Akkreditierung im Sinne der DAkkS

Die Akkreditierung bestätigt die fachliche Kompetenz einer Konformitätsbewertungsstelle nach einer einschlägigen Norm wie ISO 17025. Sie wird nur durch nationale Akkreditierungsstellen wie die DAkkS ausgesprochen und basiert auf einer eingehenden Begutachtung im Labor.

Zertifizierung als Bestätigung von Konformität

Eine Zertifizierung bezieht sich typischerweise auf Managementsysteme oder Produkte, etwa nach ISO 9001 für Qualitätsmanagement. Sie wird von Zertifizierungsstellen ausgestellt, die ihrerseits akkreditiert sein können, und sagt etwas über die Konformität mit einer Norm aus, nicht über die technische Messkompetenz.

Eichung im deutschen Mess- und Eichrecht

Die Eichung ist ein hoheitlicher Akt, der durch staatlich anerkannte Stellen oder Eichbehörden auf Basis des Mess- und Eichgesetzes erfolgt. Sie betrifft eichpflichtige Messgeräte, etwa Energiezähler im geschäftlichen Verkehr, und ist nicht dasselbe wie eine Kalibrierung. In Texten sollte deshalb sauber zwischen Eichung und Kalibrierung unterschieden werden.

Ablauf einer DAkkS-Akkreditierung in der Praxis

Eine DAkkS-Akkreditierung folgt einem definierten Verfahren, das sowohl die fachliche Kompetenz als auch das Managementsystem eines Labors prüft. Wir kennen die einzelnen Schritte aus eigener Erfahrung mit Begutachtungen unseres Kalibrierlabors.

Antrag und Dokumentenprüfung

Am Anfang steht der Antrag mit einem klar formulierten Geltungsbereich, also den Verfahren und Messgrößen, für die die Akkreditierung beantragt wird. Daran schließt sich eine Dokumentenprüfung an, in der das Qualitätsmanagementhandbuch, Verfahrensanweisungen, Validierungsunterlagen und Messunsicherheitsbudgets begutachtet werden.

Begutachtung und Akkreditierungsentscheidung

Die eigentliche Begutachtung erfolgt im Labor durch ein Team aus Leitendem Begutachter und Fachbegutachtern. Üblich sind ein Office Audit zur Bewertung der Dokumentation und ein Witness Audit, in dem konkrete Kalibrierungen oder Prüfungen vor Ort beobachtet werden. Auf Basis des Begutachtungsberichts entscheidet die DAkkS über die Akkreditierung und stellt im positiven Fall eine Urkunde mit Anlage zum Geltungsbereich aus.

Überwachung und Reakkreditierung

Eine DAkkS-Akkreditierung ist zeitlich befristet. In einem typischen Fünfjahreszyklus finden Überwachungsbegutachtungen statt, am Ende des Zyklus eine Reakkreditierung. Wir begleiten Kunden bei der Auswahl rückführbarer Verfahren und stellen passende Kalibrierung bereit, mit der die geforderten Messunsicherheiten erreicht werden.

Internationale Anerkennung über EA und ILAC-MRA

Eine DAkkS-Akkreditierung wirkt nicht nur national. Über die Mitgliedschaft der DAkkS in der European co-operation for Accreditation (EA) und im International Laboratory Accreditation Cooperation Mutual Recognition Arrangement (ILAC-MRA) erhalten akkreditierte Kalibrierergebnisse internationale Anerkennung.

EA und ILAC organisieren ein gegenseitiges Vertrauen zwischen den nationalen Akkreditierungsstellen. Mitglieder bewerten sich regelmäßig gegenseitig in sogenannten Peer Evaluations. Das Ergebnis ist ein abgestimmtes Niveau weltweit, sodass eine Kalibrierung mit DAkkS-Stempel in vielen Ländern als gleichwertig anerkannt wird.

Für Hersteller und Versorger mit internationalen Lieferketten ist das ein erheblicher Vorteil. Sie können mit einem Kalibrierschein arbeiten, der über Ländergrenzen hinweg verstanden wird, und sparen sich Doppelprüfungen in unterschiedlichen Märkten. Welche Anforderungen an die zugrundeliegende Prüfausstattung zu stellen sind, beschreiben wir auf unserer Seite zur Messtechnik für Kalibrierlabore, unter anderem mit Bezug auf rückführbare Referenznormale.

DAkkS-akkreditierte Kalibrierung in der Messtechnik bei ZERA

ZERA betreibt seit dem Jahr 2000 ein DAkkS-akkreditiertes Kalibrierlabor am Standort Königswinter. Die Akkreditierung deckt die typischen Messgrößen der elektrischen Energiemessung ab und bildet die Grundlage für rückführbare Kalibrierungen mit Bezug zur PTB.

Wir entwickeln und produzieren Prüf- und Kalibriertechnik für die Zählerprüftechnik seit über 100 Jahren am gleichen Standort. Aus dieser Erfahrung heraus kennen wir nicht nur die normativen Anforderungen, sondern auch die praktischen Fragen rund um Messunsicherheitsbudgets, Witness Audits und die Pflege eines Geltungsbereichs. Eine vertiefte Sicht auf die Anforderungsseite finden Sie in unserem Beitrag zu den Anforderungen an Kalibrierlabore nach ISO 17025.

Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl rückführbarer Prüftechnik oder bei der Vorbereitung einer DAkkS-Akkreditierung in der elektrischen Messtechnik benötigen, können wir Sie begleiten. Sprechen Sie uns für eine unverbindliche Beratung an über unseren Kontakt.

Fazit

DAkkS-Akkreditierung vs. ISO 17025 ist kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel aus Norm und Akkreditierungsstelle. Die ISO 17025 liefert den weltweit anerkannten Maßstab für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien, die DAkkS bestätigt im hoheitlichen Auftrag, dass ein Labor diesen Maßstab tatsächlich einhält. Klar abgegrenzt bleibt sie zudem zur Zertifizierung von Managementsystemen und zur Eichung im deutschen Mess- und Eichrecht. Wer in der Messtechnik mit Kalibrierergebnissen arbeitet, profitiert von dieser sauberen Trennung und vom internationalen Anerkennungssystem aus EA und ILAC-MRA.

Häufig gestellte Fragen zu DAkkS-Akkreditierung und ISO 17025

Was ist der Unterschied zwischen DAkkS-Akkreditierung und ISO 17025?

ISO 17025 ist die Norm, die DAkkS ist die nationale Stelle, die Prüf- und Kalibrierlaboratorien nach dieser Norm akkreditiert. Die Norm beschreibt die Anforderungen, die DAkkS bestätigt deren Einhaltung in einem formalen Verfahren.

Ist eine ISO-17025-Zertifizierung dasselbe wie eine DAkkS-Akkreditierung?

Nein. Akkreditierung adressiert die technische Kompetenz eines Labors, Zertifizierung das Managementsystem nach Normen wie ISO 9001. ISO 17025 wird in Deutschland akkreditiert, nicht zertifiziert.

Wer benötigt eine DAkkS-Akkreditierung nach ISO 17025?

Prüf- und Kalibrierlaboratorien, die rückführbare Messergebnisse mit staatlich anerkannter Kompetenz liefern wollen. Auch Inspektions- und Zertifizierungsstellen können sich nach passenden Normen akkreditieren lassen.

Wie lange ist eine DAkkS-Akkreditierung gültig?

Die Akkreditierung ist befristet. Üblich ist ein Fünfjahreszyklus mit regelmäßigen Überwachungsbegutachtungen und einer abschließenden Reakkreditierung, die den Zyklus erneut beginnen lässt.